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Nachruf Karl Rohnke

Karl RohnkeKarl Rohnke ist am 20. September 2020 gestorben und hinterlässt seine Frau Gloree und zwei Söhne in Illinois (USA). Karl hat die letzten Jahre seines Lebens mit einer seltenen Krankheit gelebt und ist nun nach vielen Kämpfen, Rückschlägen und Lichtblicken von uns gegangen.
Er wurde 82 Jahre alt und hat seit seinen Anfängen bei Outward Bound North Carolina über 50 Jahre als Trainer, Ropes Course-Designer und -Erbauer, Schriftsteller, Gastredner und Inspirator gewirkt. Karl Rohnke war für mich Lehrer, Mentor und Inspirator, seit ich ihn 1992 bei Project Adventure kennengelernt habe. Wie mir ging es Tausenden von Menschen, die auch die Chance hatten, einen seiner Workshops, Seminare oder Ropes Course Programme mitzuerleben.
Er hinterließ immer einen bleibenden Eindruck und bewegte so viele im wörtlichen und vor allem im übertragenen Sinne.
Seine Energie, sein Humor, seine Kreativität und seine unkonventionelle Art zu leiten und zu vermitteln, sind mir heute noch Vorbild und es vergeht kaum ein ein Arbeitstag, an dem ich nicht eines seiner Warm-Ups, Initiativspiele oder seiner Ropes Course Übungen benutze.

Zu seiner Biografie hier ein Auszug aus dem Internet:
"Karl Rohnke ist 1937 geboren und schloss 1960 sein Studium an der Washington & Lee University (Lexington, VA) ab. Nach zwei Wehrdienstjahren in der U.S. Army, wo err als Medizinischer Technologe diente, nutzte er diese medizinische Ausbildung, um sich eine Stelle als medizinischer Assistent in einer Gemeinde in Kalifornien zu sichern. Es folgten vier Jahre Unterricht als Outdoortrainer in Südkalifornien. Seit dieser Zeit ist Karl ein wichtiger "Spieler" auf dem Gebiet der Erlebnispädagogik / Abenteuerpädagogik. Er war 1967 "Wachoffizier" bei Hurricane Island Outward Bound und bis 1971 Chefausbilder bei North Carolina Outward Bound. Er verließ Outward Bound, um einer der Gründer des Project Adventure Programms in Hamilton, MA zu werden und arbeitete dort kontinuierlich bis 1996. Während seiner Amtszeit bei Project Adventure war er Direktor, Präsident und kreativer Kopf des Unternehmens. Karl ist auch einer der Gründer des High 5 Adventure Learning Center in Brattleborro, Vermont.
Karl hat zwei A.E.E.-Auszeichnungen (Association of Experiential Education) erhalten: 1990 den Stratton Practioner's Award, und im Jahr 2000 hielt er auf dem nationalen A.E.E.-Kongress die Kurt Hahn-Rede. Karl hat über 15 Bücher geschrieben, die sich auf den Bereich der Abenteuererziehung beziehen, darunter The Bottomless Bag Revival, Silver Bullets, Quicksilver und Funn 'n Games.
Karl reiste auch im Ruhestand weiterhin weltweit, um Workshops zum Einsatz von Spielen und Initiativaufgaben in verschiedenen pädagogischen Anwendungen zu präsentieren. Zuletzt lebte er mit seiner Frau Gloree in Galena, Illinois." (Quelle: http://karlrohnke.com übersetzt mit www.deepl.com/translator (kostenlose Version).

Im Jahr 2010 gelang es mir Karl zum ersten Mal nach Deutschland einzuladen und ihn zu bitten, bei der ERCA-Konferenz in Venlo die Eröffnungsrede zu sprechen und einen Workshop zu geben. Viele werden sich an diese Tage erinnern.
Beim Besuch des Kölner Olympiamuseums blieb Karl lange vor den Bildern von Turnvater Jahn und seinen Aufbauten und Geräten zur körperlichen Ertüchtigung stehen und sah hier die Anfänge der Geschichte der Ropes Courses.
Sein Einfluss auf Generationen von Erlebnispädagog*innen und unsere "Industrie" (so hätte er es nie genannt) ist unzweifelhaft enorm. Auf einem Kongress der AAEE (American Association for Experiential Education) im Jahr 2000 wurden alle Menschen aufgefordert aufzustehen, die schon mal mit Karl in Kontakt waren bzw. seine Bücher gelesen oder seine Ideen angewendet haben - von über 1000 Menschen blieben nur sehr wenige sitzen.

Vielen Dank Karl und viel Spaß im Himmel oder auf dem Mond, denn Du hast die „Ropeladder to the moon“ nun beklettert. Schließen möchte ich mit einem Zitat von Karl welches seine Haltung gut beschreibt und das mich seit 1992 begleitet und leitet:
"It‘s our responsibility as adventure trainers to remind them what happened, rather than preach about what should have happened“.
Köln, den 22. September 2020
Geschrieben für den ERCA e.V. von Bernd Rademächers, Ehrenmitglied